Aktuelle Informationen zum Coronavirus (Update 16.5.2020)

17. Mai 2020

Stand 16.5.2020: Änderungen rot gegenüber 10.5.2020

 

Liebe Patienten und Patienteneltern;

Das Coronavirus beschäftigt uns alle und wird uns wohl die nächsten 2 Jahre beschäftigen. Wie alle Viren, die Infektionskrankheiten der Atemwege (z.B. Grippeviren, andere Viren) auslösen, breitet es sich besonders in der kalten Jahreszeit aus. Daher müssen wir jetzt zusehen, dass die Ausbreitung möglichst langsam stattfindet, mit dem Ziel, dass wir jetzt nicht so viele Patienten auf einmal haben, sondern dass wir die Patienten, die daran erkranken, auf mehrere Saisonen aufsplitten. Natürlich auch in der Hoffnung, dass wir in 1 oder 2 Jahren einen Impfstoff oder schon früher ein Medikament zur Verfügung haben werden. Bisher hat das ja gut geklappt. Daher konnten jetzt die wichtigen Lockerungen durchgeführt werden. Wir freuen uns darüber, insbesondere für die Schulkinder (und hoffentlich auch bald für die Kitas).

Um dieses Ziel der langsamen Ausbreitung weiterhin zu verfolgen, kann jeder etwas beitragen (s.u.), wir befinden uns in einer neuen Phase, der Phase der persönlichen Verantwortung!

Für unsere Praxis bedeutet das:

  1. Alle Patienten werden versorgt. Wir sind in der Praxis für Sie da. (Keine Änderung). Bitte immer nur 1 Begleitperson in der Praxis!! Wir würden uns freuen, wenn Sie auch für die derzeit kurzen Wartezeiten eigene Spielsachen, oder ggf. Malsachen mitbringen würden!!!

 

  1. Unsere Patienten mit Beeinträchtigung des Immunsystems, d.h. Patienten nach Herz-, Leber- Nieren- oder Knochenmarkstransplantation, sowie Patienten mit Autoimmunerkrankungen (Schilddrüse, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Rheuma Arthritis) und natürlich unsere Patienten mit anderweitigen, genetisch bedingten Einschränkungen des Immunsystems (z.B. Di George, Trisomie, andere genetische Erkrankungen) werden gesondert versorgt: entweder in der Praxis ganz früh, oder mittwochs am Nachmittag oder samstags am Vormittag oder auch, falls erforderlich, zu Hause im Rahmen eines Hausbesuchs.
    Allerdings zeigt sich bisher, dass diese Patienten entgegen unserer Annahmen nicht stärker gefährdet sind für einen schweren Verlauf von Covid 19. Das ist eine gute Nachricht. Immer wieder werden wir von besorgten Eltern gefragt, ob sie ihre immungeschwächten Kinder oder Kinder mit Asthma in die Schule geben können. Wir raten:

    • Asthma: kein Problem, wenn es gut eingestellt ist. Fragen Sie gerne in der Praxis nach: wir stellen alle Asthmatiker in dieser Zeit eher vorsichtig, d.h. sehr gut ein. Die Kinder sollen in die Schule gehen.
    • >Immunsuppression: Bisher gab es auch hier keine Dramatik in dem Sinne, dass viele dieser Kinder schwer erkrankt wären. Allerdings sind die Zahlen auch gering und es mag einzelne Konstellationen geben, für die wir einfach zu wenig wissen und es dann zu einer bösen Überraschung kommt. Wir empfehlen, diese Kinder nicht mit dem einfachen Mund-Nase-Schutz, sondern mit FFP 2 Masken in die Schule zu schicken und mit einem Hand Desinfektionsmittel und die Verwendung zu Hause zu üben: Desinfektion häufig, sich nicht an die Nase fassen, etc. Fragen Sie gerne nach in der Praxis. Unten sind auch links…Außerdem: bleiben Sie informiert! Wenn die Zahlen in Ihrem Landkreis steigen, dann werden Sie vorsichtiger, und fragen Sie gerne bei uns nach, wenn Sie unsicher sind.

 

  1. Unsere Patienten kennen in der Regel auch die Handynummer für telefonische Beratung am Mittwoch oder am Wochenende (Notfälle). Falls nicht, melden Sie sich in der Praxis.

 

  1. In Augsburg und im Landkreis sind wir bisher noch nicht stark betroffen von der Pandemie. Wir sehen kaum Infektkinder, alle Abstriche auf Covid 19 bei uns und auch bei den Kollegen waren bisher negativ. Aber das kann ja noch kommen….Daher sehen wir es als wichtig an die Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen jetzt weiter durchzuführen. Verschieben Sie auch keine Fragen an uns auf „nach der Krise“. Es ist nicht sicher, wie lange die ganze Sache dauern wird, und ob wir eine zweite oder dritte Welle bekommen usf.
    D.h. zur Zeit ist es gut nicht zu verschieben!! Wir sehen sonst gesunde Kinder (allgemeine Fragen, Impfungen, Vorsorgen) vorzugsweise am Vormittag, aber jetzt auch wieder am Nachmittag, um die Behandlungszeiten zu entzerren und den Schulkindern gerecht zu werden. Oder natürlich über die Videosprechstunde (s.u.). In der Praxis tragen wir Masken. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, wenn Ihre Kinder nicht ganz gesund sind, Husten oder Fieber haben oder Halsschmerzen. Dann untersuchen wir die Kinder am Nachmittag in unserer Infektionssprechstunde (s.u.) und verschieben ggf. die Vorsorge. Falls Sie mit einem kranken Kind nicht zu den vorgegebenen Zeiten kommen oder gar unangemeldet, kann es sein, dass die Helferinnen Sie ggf. wieder nach Hause schicken und zu einem späteren Zeitpunkt bestellen, denn sie sind angewiesen darauf streng zu achten, dass wir gesunde und sicher infektiöse Kinder voneinander trennen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.Auch U2 Vorsorgeuntersuchungen machen wir zu gesondert vereinbarten Terminen. In der Praxis haben wir alle Geräte zur Verfügung, auch den Hörscreener.

 

  1. Videosprechstunde: Hautausschläge können wir meist gut über die Videosprechstunde Ebenso Kopf- und Bauchschmerzen, sofern nicht eine dringende Untersuchung erforderlich ist, sowie Gespräche führen. Bitte melden Sie sich dafür in der Praxis an und holen Sie sich unsere PRAXIS APP über unsere Homepage, oder über www.kinderärzte-im-netz. Anmeldung der Kinder in der App auf Frau Reiter oder Herrn Timnik. Auch wenn Sie Frau Prinz oder Frau Mörike oder Herrn Elschner sprechen wollen. Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit regen Gebrauch.

 

  1. Auch die meisten Peak Flow Kontrollen unserer vielen Asthmatiker im DMP Programm lassen sich über die App und die Videosprechstunde erledigen. Sicher nicht alle. Frau Meyers, die ja viele unserer Patienten als erfahrene Mitarbeiterin in unserer Lungenfunktionsabteilung kennen, wird telefonieren.

 

  1. Infektionssprechstunde: Falls Sie nicht sicher sind, ob ihr Kind einen Infekt hat, rufen Sie bitte vorher an der Anmeldung an, spätestens vom Parkplatz aus.
    Falls Ihr Kind Fieber/Husten/Halsschmerzen hat gilt: bitte vereinbaren Sie einen Termin in unserer Infektionssprechstunde. Wenn Sie zum Termin da sind, rufen Sie nochmal vom Auto aus in der Praxis an. Wir schleusen Sie ein in unser Infektionszimmer. Dort untersuchen wir dann mit Kittel, Haube und Maske (nicht erschrecken!). Dieses Vorgehen hat sich für uns bisher bewährt.

 

  1. Abstriche: wir führen Abstriche auf Sars-CoV 2 durch bei allen Patienten mit Symptomen wie Fieber und Husten, ab 4.5. auch ohne weitere Voraussetzungen. Gelegentlich werden wir an das Testzentrum verweisen. Dazu brauchen Sie eine Überweisung von uns und einen Termin im Testzentrum (Sie werden nach Überweisung angerufen).

 

  1. Antiköpertests, d.h. Tests, die zeigen sollen, ob ein Mensch die Krankheit hatte und immun ist, ….werden derzeit von den Kassen noch nicht bezahlt, sind in der derzeitigen Lage zu störanfällig und daher nur in ganz wenigen Ausnahmefällen durchzuführen (mit anderen Worten…meist sinnlos). Das kann sich bei einer Zunahme des Infektionsgeschehens schnell ändern.

 

  1. Wir werden in der Praxis natürlich alle FFP 2 Masken tragen. Da jeder/jede in geschlossenen Räumen Masken tragen sollte, bitten wir sie die Ihnen von uns Masken anzunehmen und während Ihrer Zeit in der Praxis zu tragen. Besser, Sie bringen Ihre eigenen Masken mit. Das Maskentragen in Bayern ist ja Pflicht beim Einkaufen. Wir alle sollten versuchen den „Atemnebel“ in geschlossenen Räumen zu reduzieren. Es gibt pfiffige Anleitungen zum Selberbasteln im Internet!!! Besser: die blauen oder grünen OP-Masken verwenden. Man kann diese Masken jetzt wieder kaufen. Jeder wird in Zukunft sowas brauchen. Warum also nicht ein Fünfzigerpack kaufen für die Familie? Bitte auch nicht zu oft verwenden, am Besten nur eine pro Tag und wenn man hineingenießt hat: danach eine neue Maske nehmen. Das sind eigentlich Einmalprodukte. Übrigens: Die Schals nützen gar nichts.

 

Hier eine Übersicht:
Schutzwirkung_Masken_KBV

Für das Maskentragen ein Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=Vi3kdmCt_GM

  1. Nach den Lockerungen: Die Lockerungen sind gut. Gleichzeitig ist klar: die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Da die Regierung die Verantwortung an die Regionen gegeben hat, ist eben jetzt jeder persönlich in der Verantwortung und in der Pflicht. Beschränken Sie weiter Ihre Kontakte auf das Notwendige (Familie). Insbesondere dann, wenn in Ihrem Landkreis die Zahlen steigen. Seien Sie auf der Hut und seien Sie ein Vorbild und bleiben Sie vorsichtig (social distancing, 1,5 m!!)!!!! Bei aller Freude über Lockerungen: es breitet sich derzeit mancherorts eine Sorglosigkeit aus, die bei verständiger Analyse dessen, was wir über Sars-CoV-2 speziell und über Pandemien im Allgemeinen wissen, durch nichts gerechtfertigt ist.
    Informieren Sie sich Tages aktuell über die Lage in Ihrem Landkreis und den Nachbarkreisen. Und sobald dort die Zahlen steigen, sollten Sie wieder noch vorsichtiger werden. Zeigen Sie Verantwortung!). Zur Zeit gibt es nur vereinzelt neue Fälle. Dies wird sich sicher auch wieder ändern. Hier die links zum checken der Zahlen in den Kreisen:
    https://www.augsburg.de/umwelt-soziales/gesundheit/coronavirus/fallzahlen
    https://www.landkreis-augsburg.de/soziales-gesundheit/staatliches-gesundheitsamt/coronavirus/
    https://www.landkreis-guenzburg.de/covid-19/aktuelle-fallzahlen
    https://www.donau-ries.de/Landratsamt/Buergerservice/Aufgabenbereiche/Gesundheitsamt-Humanmedizin.aspx
    https://lra-aic-fdb.de/landratsamt/fachbereiche/abteilung-3-oeffentliche-sicherheit/gesundheitsamt/informationen-zum-coronavirus

 

  1. Informieren Sie sich auch unter:

Telefonnummern:

  • Corona-Hotline des Landratsamtes unter 0821 3102 3999
  • Stadt Augsburg: 0821 324-4444
  • Hotline Coronavirus Bayern: 09131 6808 5101

Weiter gilt (wie bisher):

  1. Derzeit ist in den Notfallpraxen nicht viel los. Dennoch: Vermeiden Sie unnötige Aufenthalte in Notfallpraxen und, noch wichtiger: in Krankenhäusern. Insbesondere am Wochenende. Die Infektionslage ist dort meist unübersichtlich. Also gehen Sie in die Notfallambulanzen nur wenn Sie oder Ihr Kind schwer krank sind/ist und achten Sie auf „social distancing“. Bei Fragen wenden Sie sich unter der Woche an uns Tel. 0821/45 11 90 oder, am Wochenende und nachts, an die 116 117.

 

  1. Falls Sie den Verdacht auf eine Coronavirusinfektion bei sich oder Ihrem Kind haben: Rufen Sie unbedingt an bevor Sie in eine Praxis oder ins Krankenhaus fahren. Wir helfen weiter. Wir sind vorbereitet. Für unsere Patienten gilt: Entweder in der Praxis melden (0821/45 11 90; Ankündigung gerne auch per mail: anmeldung@timnik.de; wir melden uns dann bei Ihnen), oder die 116 117, oder beim für Sie zuständigen Gesundheitsamt (Telefonnummer s.o.)
    Nachzulesen unter: https://www.landkreis-augsburg.de/fileadmin/user_upload/Gesundheitsamt/Allgemeinverfuegung_des_Bayerischen_Staatsministerium_fuer_Gesundheit_und_Pflege_zum_Coronavirus.pdf

 

  1. Und hier noch ein Tipp für Spiele zu Hause….
    https://www.lesestart.de/tipps-und-aktionsideen-fuer-zu-hause/

 

  1. Und zum Schluss: Keine Panik oder Behördenhetze oder Systemanklage. Wir bewahren alle die Ruhe. Es ist eine besondere Situation und wir müssen das alle gemeinsam bewältigen. Für uns alle wird gelten: „hinterher ist man immer schlauer“.