Coronavirus Information Praxis Reiter/Timnik

25. Oktober 2020

Stand 24.10.2020; Änderungen gegenüber 27.9. sowie Wichtiges in roter Schrift;

 

Liebe Patienten und Patienteneltern;

Das Coronavirus beschäftigt uns alle und wird uns wohl die nächsten 2 Jahre beschäftigen. Augsburg ist derzeit so etwas wie ein Hotspot in Bayern. Weiterhin müssen wir zusehen, dass wir die Epidemie bis zu einer wirksamen Therapie oder der Verfügbarkeit eines Impfstoffes im Griff behalten.

Um das Ziel der langsamen Ausbreitung weiterhin zu verfolgen, kann jeder etwas beitragen (s.u.), wir befinden uns am Beginn einer zu erwartenden 2. Welle und weiterhin geht es um persönliche Verantwortung! Es heißt also: „Schlau sein, klug handeln!“

 

Bedeutung für Schulen und Kitas:

Die Behörden haben sich Gedanken gemacht, wie es in Schulen und Kitas weiterlaufen soll. Für Kitas und Betreuungseinrichtungen und auch für Schulen gibt es einen 3-Stufen Plan, die sich im Detail unterscheiden. Wir befinden uns in Stufe 3.

Jetzt, in Stufe 3, wird es umso mehr darum gehen, dass möglichst viele Menschen in geschlossenen Räumen Masken tragen. Für die Schüler ist das ja jetzt Pflicht. In manchen Fällen wird die Einrichtung einen negativen PCR-Abstrich verlangen. Diese Abstriche können in unserer Praxis bei den von uns betreuten Kindern durchgeführt werden. Ggf. machen wir auch Abstriche bei den Eltern, wenn diese dies wünschen. Allerdings wollen wir dann jeden Einzelfall betrachten, d.h. gemeinsam den richtigen Zeitpunkt und die Notwendigkeit eines Abstrichs festlegen. Hängt vom Zeitpunkt des Kontaktes ab und manchmal auch vom Beruf (z.B. Pflegekräfte): Abstriche: s.u.

Quarantäne:

Grundsätzlich gilt: Falls es für Sie oder eines Ihrer Kinder zu einer durch das Gesundheitsamt ausgesprochenen Quarantäne Situation kommt, dann gilt:

Natürlich stellen wir Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Kinder-AUs aus, wenn die betreffende Person erkrankt ist (Erkältung z.B.). Auch während einer Quarantäne. Dies dürfen wir auch über die Videosprechstunde feststellen!!!!

Abstriche:

Wir streichen symptomatische Kinder ab. Wildes Abstreichen ist oft sinnlos, insbesondere können vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne Zeiten nicht verkürzt werden. In ganz seltenen Fällen können wir auch einen Schnelltest (Kosten ca. 40 Euro) durchführen, z.B. vor dringendem Besuch der Großeltern bei Schnupfennase etc., aber auch nur bei von uns betreuten Kindern und ggf. deren Eltern. Der Schnelltest ist nicht so sicher wie der PCR Test aber ganz passabel…ein positiver Befund muss nachgetestet werden durch PCR.

Masken:

Bitte tragen Sie Masken. Es gibt immer mehr wissenschaftliche Evidenz, dass Masken das Infektionsgeschehen verringern und Leben retten.

Bei uns gibt es nur ausnahmsweise (z.B. bei Muskeldystrophie) Befreiungsatteste vom Tragen der Masken. Wenn jemand schlecht Luft bekommt, liegt das nicht an der einfachen MNS (blau, grün. rosa, sog. OP-Masken). Manchmal sind die selbst genähten allerdings ein Problem. Dann nehmen Sie die einfachen MNS, die es jetzt auch in Kindergrößen gibt. Aber es gibt ja auch andere Ursachen für Atembeschwerden. Sprechen Sie mit uns. Auf keinen Fall darf eine Erkrankung übersehen werden, weil man denkt, die Maske mache das Problem!!!!

Wir werden in der Praxis natürlich alle FFP 2 Masken tragen. Da jeder/jede in geschlossenen Räumen Masken tragen sollte, bitten wir sie die Ihnen von uns Masken anzunehmen und während Ihrer Zeit in der Praxis zu tragen. Besser, Sie bringen Ihre eigenen Masken mit. Und bitte bedecken Sie auch die Nasen!!!! Bitte lassen Sie die Masken auf, auch wenn wir nicht im Raum sind!!! (wegen der Tröpfchen!!). Das Maskentragen in Bayern ist ja Pflicht beim Einkaufen. Wir alle sollten versuchen den „Atemnebel“ in geschlossenen Räumen zu reduzieren. Insbesondere Tröpfchen werden abgefangen so dass die Oberflächen der Räume hinterher nicht kontaminiert sind und es zu weniger Schmierinfektionen kommt. Man kann diese Masken überall kaufen. Warum also nicht ein Fünfzigerpack kaufen für die Familie? Bitte auch nicht zu oft verwenden, am besten nur eine pro Tag und wenn man hineingenießt hat: danach eine neue Maske nehmen. Das sind eigentlich Einmalprodukte. Übrigens: Die Schals und Tücher nützen gar nichts.

 

Praxisorganisation:

  1. Alle Patienten werden versorgt. Wenn möglich bitte immer nur 1 Begleitperson in der Praxis!! Wir würden uns freuen, wenn Sie auch für die derzeit kurzen Wartezeiten eigene Spielsachen, oder ggf. Malsachen mitbringen würden!!! Meist können die Kinder gleich in die Zimmer. Sollten mehr als 2 Familien warten müssen außerhalb der Behandlungszimmer, dann werden wir Sie bitten im Auto oder draußen zu warten. Bitte auf Abstände achten und MNS tragen!!!!! Bitte auch die Nase bedecken, das scheint nach neueren Informationen besonders wichtig zu sein.
  1. Infektiöse Patienten, d.h. Kinder mit Fieber, Husten, Durchfall, werden in einer gesonderten Sprechstunde gesehen. Da wir 2 Eingänge haben, können wir das derzeit noch gut organisieren. Die Zeiten für unsere Infektionssprechstunde legen wir je nach Patientenaufkommen fest. Meist am späten Vormittag und/oder am frühen Nachmittag (s.u. Punkt 8). Wir machen auch Abstriche, falls erforderlich. Kinder und Jugendliche mit leichten Erkältungssymptomen kommen in die normale Sprechstunde. Wenn möglich natürlich mit Maske.
    Falls Sie mit einem kranken Kind nicht zu den vorgegebenen Zeiten kommen oder gar unangemeldet, kann es sein, dass die Helferinnen Sie ggf. wieder nach Hause schicken und zu einem späteren Zeitpunkt bestellen, denn sie sind angewiesen darauf streng zu achten, dass wir gesunde oder nur verschnupfte Kinder und sicher infektiöse Kinder voneinander trennen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.
    Falls Sie nicht sicher sind, ob ihr Kind einen fieberhaften Infekt hat, rufen Sie bitte vorher an der Anmeldung an, spätestens vom Parkplatz aus.
    Wenn Sie zum Termin da sind, rufen Sie nochmal vom Auto aus in der Praxis an. Wir schleusen Sie ein in unser Infektionszimmer. Dort untersuchen wir dann mit Kittel, Haube und Maske (nicht erschrecken!). Dieses Vorgehen hat sich für uns bisher bewährt.
  1. Wir werden in der Regel keine Unterlagen mehr aus Zellstoff oder Papier nutzen. Die Liegen werden nach jedem Patienten desinfiziert. Bitte bringen Sie für die Babies und kleinen Kinder eigene Unterlagen oder Handtücher mit. Nur falls Sie diese vergessen werden wir von uns Unterlagen bereitstellen.
  1. Verschieben Sie keine Impfungen und Vorsorgen, auch keine Fragen an uns auf „nach der Krise“. Es ist nicht sicher, wie lange die ganze Sache dauern wird!
    Auch U2 Vorsorgeuntersuchungen machen wir zu gesondert vereinbarten Terminen. In der Praxis haben wir alle Geräte zur Verfügung, auch den Hörscreener.
  1. Bitte auch das Maskentragen und die Händedesinfektion üben!!! Erwachsene und Kinder. Nicht außen an die Masken fassen!!! Es gibt dazu Videos im Internet.
  1. Unsere Patienten mit Beeinträchtigung des Immunsystems, d.h. Patienten nach Herz-, Leber- Nieren- oder Knochenmarkstransplantation, sowie Patienten mit Autoimmunerkrankungen (Schilddrüse, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Rheuma Arthritis) und natürlich unsere Patienten mit anderweitigen, genetisch bedingten Einschränkungen des Immunsystems (z.B. Di George, Trisomie, andere genetische Erkrankungen) oder Mukoviszidose werden gesondert versorgt, nach individueller Terminabsprache.

Allerdings zeigt sich bisher, dass diese Patienten entgegen unserer Annahmen nicht stärker gefährdet sind für einen schweren Verlauf von Covid 19. Das ist eine gute Nachricht.

Immer wieder werden wir von besorgten Eltern gefragt, ob sie ihre immungeschwächten Kinder oder Kinder mit Asthma in die Schule geben können. Wir raten:

  • Asthma: kein Problem, wenn es gut eingestellt ist. Fragen Sie gerne in der Praxis nach: wir stellen alle Asthmatiker in dieser Zeit eher vorsichtig, d.h. sehr gut ein. Die Kinder sollen in die Schule gehen und Masken tragen (Mund und Nase!)
  • Immunsuppression: Bisher gab es auch hier keine Dramatik in dem Sinne, dass viele dieser Kinder schwer erkrankt wären. Allerdings sind die Zahlen auch gering und es mag einzelne Konstellationen geben, für die wir einfach zu wenig wissen und es dann zu einer bösen Überraschung kommt. Wir empfehlen: Masken tragen! Unter Umständen auch FFP 2 Masken, wenn die Infektionszahlen nach oben gehen (s.u., Tages aktuelle Info über die Landratsämter oder die Stadt Augsburg abfragen!). Es gibt jetzt auch kleinere…(Fa. Starbuss).
  • Und dennoch: falls Sie große Sorge haben (z.B. für transplantierte Kinder, oder Kinder mit Rheuma unter bestimmten Medikamentenkombinationen) können wir die Kinder für 3 Monate vom Präsenzunterricht befreien.
  1. Unsere Patienten kennen in der Regel auch die Handynummer für telefonische Beratung am Mittwoch oder am Wochenende (Notfälle). Falls nicht, melden Sie sich in der Praxis.
  1. Videosprechstunde: Hautausschläge können wir meist gut über die Videosprechstunde behandeln. Ebenso Kopf- und Bauchschmerzen, sofern nicht eine dringende Untersuchung erforderlich ist, sowie Gespräche führen. Bitte melden Sie sich dafür in der Praxis an und holen Sie sich unsere PRAXIS APP über unsere Homepage, oder über www.kinderärzte-im-netz. Anmeldung der Kinder in der App auf Frau Reiter oder Herrn Timnik. Auch wenn Sie Frau Prinz oder Frau Mörike, Frau Merida oder Herrn Elschner sprechen wollen. Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit regen Gebrauch.
  1. Auch die meisten Peak Flow Kontrollen unserer vielen Asthmatiker im DMP Programm lassen sich über die App und die Videosprechstunde erledigen. Sicher nicht alle. Frau Meyers, die ja viele unserer Patienten als erfahrene Mitarbeiterin in unserer Lungenfunktionsabteilung kennen, wird telefonieren. Peakflowuntersuchungen in der Praxis werden wir versuchen draußen durchzuführen.
  1. Antikörpertests, d.h. Tests, die zeigen sollen, ob ein Mensch die Krankheit hatte und immun ist, ….werden derzeit von den Kassen noch nicht bezahlt, sind in der derzeitigen Lage zu störanfällig und daher nur in ganz wenigen Ausnahmefällen durchzuführen (mit anderen Worten…meist sinnlos). Das kann sich bei einer Zunahme des Infektionsgeschehens schnell ändern.
  1. Seien wir zusammen schlau und handeln wir klug: Checken wir die Lage (Ämter), tragen wir Masken (auch über die Nase) und vermeiden wir unübersichtliche Menschenansammlungen. Und: Sobald die Zahlen steigen, werden wir wieder vorsichtiger!!!!

Für das Maskentragen ein Videolink:
https://www.youtube.com/watch?v=Vi3kdmCt_GM

Hier die links zum Fallzahlcheck:

  1. Informieren Sie sich auch unter:

a. www.kvb.de/coronavirus und insbesondere beim

b. Robert-Koch-Institut: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.htlm

c. Wichtig!!! Beachten Sie allgemeine Hygieneregeln und bringen Sie es Ihren Kindern bei. https://www.bzga.de/infomaterialien/impfungen-und-persoenlicher-infektionsschutz/hygiene/broschuere-10-hygienetipps/

d. https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/kinderbetreuung/1_de_informationsblatt_fur_eltern_fur_nl_328.pdf

e. Außerdem gibt es für Augsburger (Stadt und Land) folgende Telefonnummern und Seiten: https://www.landkreis-augsburg.de/soziales-gesundheit/staatliches-gesundheitsamt/coronavirus; Email:  corona@LRA-a.bayern.de

Telefonnummern:

– Corona-Hotline des Landratsamtes unter 0821 3102 3999
– Stadt Augsburg: 0821 324-4444
– Hotline Coronavirus Bayern: 09131 6808 5101

Link zu 3 Stufen Plan (Schulen):
https://www.br.de/nachrichten/bayern/bayern-mildert-corona-regeln-fuer-schulen-ab-neuer-stufen-plan,S9L2r1

Link zu 3 Stufen Plan (Kitas, Betreuungseinrichtungen):
https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/rahmen-hygieneplan_corona_kindertagesbetreuung__stand_15._juni_2020__gultig_ab_15._juni_2020_bf_kws.pdf

  1. Und zum Schluss: Keine Panik oder Behördenhetze oder Systemanklage. Wir bewahren alle die Ruhe. Es ist eine besondere Situation und wir müssen das alle gemeinsam bewältigen. Für uns alle wird gelten: „hinterher ist man immer schlauer“.
  1. Und in eigener Sachen …
    Da wir jetzt möglichst alle Kinder wieder in den Schulen sehen wollen, auch Kinder mit Colitis, mit Rheuma, nach Transplantationen, die alle Medikamente nehmen müssen, die das Immunsystem entscheidend schwächen, sollten wir alle solidarisch mithelfen das Infektionsgeschehen zu unterdrücken. Diese Kinder können sterben an Covid 19. Maskentragen ist das, was wir tun können. Und Abstand halten und Händehygiene. Versuchen Sie sich einfach mal in eine Mutter hineinzuversetzen, die ein gefährdetes Kind hat. Was macht das mit den Eltern dieser Kinder, wenn sie sehen, dass überall gegen die Maskenpflicht verstoßen und gekämpft wird? Wir sind gerne Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Wir setzen uns gerne für Kranke und Schwache ein und wollen in einer Gesellschaft leben, die sich um die Schwachen und Kranken kümmert. Was können, was müssen wir also tun? Masken tragen. Abstand halten, Händedesinfektion und Lüften.

 

Ihr Praxisteam