Grippeimpfung 2020/21: es geht weiter

24. Januar 2021

Grippeimpfung 2020/21: es geht weiter

Liebe Patienten und Patienteneltern,

durch den Lockdown und die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens durch Corona ist Wichtiges liegen geblieben! Nach dem Lockdown werden die Schulen und Kindertagesstätten wieder als Erstes öffnen. Denken Sie daran die Kinder (und gegebenenfalls sich selbst) gegen Grippe zu impfen, damit es bis März nicht dazu kommt, dass das Gesundheitssystem mit Grippekranken beschäftigt wird. Wir brauchen alle Kapazitäten für Corona und um im Lockdown Verschobenes aufzuholen!!! Wir haben den Grippeimpfstoff.

Wer sollte sich impfen lassen, bzw. sollte geimpft werden ?

In jedem Fall Patienten mit Risiko für schwere Verläufe von Atemwegserkrankungen aller Art, d.h. auch Kinder mit einer speziellen Anfälligkeit der Bronchien oder mit Asthma. Auch Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Menschen, die weniger mobil sind und natürlich Patienten mit anderen Grunderkrankungen, bei denen die jährliche Grippeimpfung empfohlen wird, wie zum Beispiel bei Diabetes mellitus oder Herzerkrankungen. Patienten mit derart erhöhtem Risiko sollen dieses Jahr (Corona Jahr) auch unbedingt gegen Pneumokokken eine Auffrischimpfung erhalten.

Corona und Grippe:

In dieser Saison wurde über eine erweiterte Empfehlung zur Grippeimpfung nachgedacht, d.h. möglichst viele Menschen sollen sich impfen lassen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass die Grippe (echte Influenza) jedes Jahr zwischen Januar und März für 3 bis 4 Wochen zu einer Überbeanspruchung der Krankenhäuser führt. Ein Zusammentreffen einer Grippewelle und einer Inanspruchnahme der Krankenhäuser durch Corona Patienten muss unbedingt vermieden werden!!!!! Also macht eine erweiterte, großzügige Inanspruchnahme der Grippeimpfung Sinn. Anderseits wird auch das konsequente Tragen von Masken zu einer flacheren Grippewelle führen. Zu Bedenken wäre allerdings: Kinder im Kindergarten- und Krippenalter sind in jedem Jahr der wesentliche Motor, ja das Schwungrad der jährlichen Grippewelle. Dies wird auch diese Saison so sein, da die Kinder in diesem Alter keine Masken in ihren Einrichtungen tragen können!!! So erfreulich es ist, dass immer mehr Kinder in Kitas gehen: die Kinderbetreuungseinrichtungen sind erwiesenermaßen der „Hort“ der jährlichen Grippeepidemien. Je mehr Kinder in Krippen und in Kindergärten gehen, desto mehr Streuung der Viren findet statt, da Kinder länger als Erwachsene ansteckend sind. Für harmlose Infektionskrankheiten ist das sogar wünschenswert (Stärkung des Immunsystems), für die Grippe nicht. Nicht zuletzt, weil durch die Ansteckung älterer Menschen (Großeltern!) mit dem echten Grippevirus Oma und Opa lebensgefährlich erkranken können, da bei älteren Menschen die Grippeimpfung nicht so gut wirkt. Die Impfung der Kinder schützt also auch die ganze Familie. So dass es unseres Erachtens sinnvoll wäre, diese Altersgruppe großzügig gegen Grippe zu impfen. In der Grippesaison kommt es immer zu den meisten Lungenentzündungen. Die Grippe schwächt. Kinder unter 6 Jahren benötigen in ihrem ersten „Impfjahr“ 2 Impfungen.

Impfstoffe:

Es gibt nur noch Impfstoffe zur Injektion aus der Bayern- und der Bundesreserve.

Unser Fazit zum jetzigen Zeitpunkt: Insbesondere Risikogruppen sollen dieses Jahr die Grippeimpfung nicht versäumen. Zusätzlich Pneumokokken, falls in den letzten Jahren nicht dagegen geimpft wurde. Kinder in Einrichtungen wie Kitas und Grundschulen sollten darüber hinaus großzügig geimpft werden dieses Jahr. Übrigens kann in Bayern jeder Mensch für sich die Grippeimpfung in Anspruch nehmen.

Wie wird es laufen?
Erste Möglichkeit: Sie vereinbaren einen telefonischen Termin. Für Ihr Kind oder die ganze Familie.
Zweite Möglichkeit: Grippe-Impftage (Grippeimpfung2go)!!! Dies wird es erst wieder in der nächsten Grippesaison geben….

Mit freundlichen Grüßen, Ihre Kinderärzte
Drs. med. Reiter/Timnik/Prinz